Obwohl die Aufgaben der Gymnastik vielfältig sind und je nach Zielstellung die motorischen Grundeigenschaften des Menschen verbessern können, haben wir die Auswahl der Übungen unter dem Gesichtspunkt der Vermeidung und Beseitigung muskulärer Dysbalancen getroffen.

Der Erfolg eines Gymnastikprogramms wird immer von der Einhaltung der folgenden Trainingshinweise abhängig sein:

  • Den richtigen Zeitpunkt wählen. Obwohl der Zeitpunkt jedem einzelnen überlassen werden sollte, muss doch die Durchführung unmittelbar nach dem Aufstehen wegen der noch verringerten Leistung der Körperfunktionen abgelehnt werden.
  • Zeitdruck vermeiden. Es führt zu Unkonzentriertheit und schnellen Übungsausführungen. Darunter leidet auch die Qualität der Übungsausführung, und es besteht Verletzungsgefahr.
  • Gleichmäßig atmen. Sowohl bei statischer als auch dynamischer Übungsausführung niemals den Atem pressen, sondern ruhig und gleichmäßig atmen. Sollte Ihnen dies bei verschiedenen Übungen nicht gelingen, ist das ein Zeichen von zu hohem Schwierigkeitsgrad. Suchen Sie dann eine leichtere Übung für die gleiche Muskelgruppe.
  • Richtige Kleidung tragen. Sie muss atmungsaktiv, schweißaufsaugend und den Außentemperaturen angepasst sein. Vor allem darf sie aber nicht den natürlichen Bewegungsspielraum der Gelenke einengen.
  • Richtige Ausgangsstellung einnehmen. Es ist von größter Wichtigkeit, die vorgeschriebene Körperposition genau zu beachten. Ein Abweichen davon kann zu Belastungen der benachbarten Gelenke führen und ist oft ein untrügliches Zeichen bestehender Kraft- und Beweglichkeitsdefizite. Auch in diesem Fall ist eine leichtere Übung zu wählen.
  • Optimale Bewegungsgeschwindigkeit beachten. Zunächst einmal sollte jede Übung langsam ausgeführt werden, um die Technik bzw. den Bewegungsablauf genau zu erfassen und zu speichern. Später kann dann die Bewegungsgeschwindigkeit von der Faserstruktur der Muskulatur abhängig gemacht werden. Die phasische Muskulatur, für die Durchführung dynamischer Bewegungen verantwortlich, darf dann mit einer größeren Bewegungsgeschwindigkeit trainiert werden, sofern der vorgeschriebene Bewegungsablauf eingehalten wird. Die tonische Muskulatur (Hauptaufgabe Haltefunktion) wird nach wie vor mit mäßigem Bewegungstempo oder in Endposition haltend trainiert. Anzahl der Wiederholungen und Serien beachten.

Je nach Schwierigkeitsgrad der Übung sind zu Beginn eines Trainings 2 Serien (Serie = abgeschlossene Wiederholungszahl) mit 8 – 12 Wiederholungen empfehlenswert. Bei besserem Trainingszustand sollte dann auf 3 – 4 Serien mit 15 – 20 Wiederholungen gesteigert werden.

Von der genauen Beachtung und Einhaltung der Trainingshinweise hängt maßgeblich vom Erfolg ab.